Der Abschlussbericht des Vatikans zur Frage einer möglichen Zulassung von Frauen zu Weiheämtern in der katholischen Kirche Theologenkommission wurde Anfang Dezember 2025 veröffentlicht. Die Kommission wurde 2020 von Papst Franziskus eingesetzt.
Für das Netzwerk Diakonat der Frau sind die Ergebnisse kein Grund zur Freude, gerade auch angesichts so vieler befürwortender Stellungnahmen zum Frauendiakonat aus verschiedenen Weltkontexten, die im Vorfeld der Synode eingegangen und auf der Synode geäußert worden sind. Die Zeit ist nicht nur reif, sondern überfällig im Blick auf die Einrichtung des Frauendiakonats. Frustration ist allerdings auch nicht angesagt. Der Abschlussbericht setzt keinen Schlusspunkt, er spricht nicht von der Einrichtung eines nicht-sakramentalen Frauendiakonats und er wertet die diakonische Dimension christlichen Glaubens sogar auf. Damit regt er zu einer weiteren Auseinandersetzung zum diakonischen Amt als solchem an.
Doch es ist bedauerlich, dass der vorgelegte Bericht leider keine wesentlichen Schritte weiter ist als das Abschlussdokument der Weltsynode. Dort ist nämlich festgehalten, dass die Frage nach dem Frauendiakonat eine „offene Frage“ (Nr. 60) ist. Im Abschlussdokument ist an dieser Stelle auch davon die Rede, dass das nicht „aufgehalten“ werden können, „was vom Heiligen Geist kommt“. Insofern ist das Dokument kein Schlusspunkt, sondern sollte der Ausgangspunkt weiterer, internationaler Beratungen sein. Es ist gut, dass im Dokument der Studienkommission deren Abstimmungsprozesse dokumentiert werden. Hier wird deutlich, dass auch in der Kommission bis zum Schluss ihrer Tätigkeit zwei Positionen nebeneinander stehen geblieben sind: Die eine Position sieht in der Ordination des Diakons „ad ministerium“ die Möglichkeit, auch Frauen zu Diakoninnen zu weihen. Die andere Position geht von der Einheit des Ordo aus, der zufolge Frauen nicht zu Diakoninnen geweiht werden könnten, denn, so die Haltung, das würde ja auch die anderen Weihegrade für Frauen öffnen. Gerade darum sei „Vorsicht“ angesagt im Blick auf den Frauendiakonat. Aber es ist auch von der „evangelischen Parrhesia“, von Freimut, die Rede, es stehe eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem diakonischen Amt an.
Als Netzwerk Diakonat der Frau hatten wir vor allem Worte erhofft, die den in so vielen diakonischen Feldern tätigen und hoch qualifizierten Frauen mutiger zugesprochen hätten. Die Berufung von Frauen zu einem diakonischen – sakramentalen – Amt kann nicht so leicht auf die Seite geschoben werden, wie es im Abschlussbericht leider der Fall ist. Hier wird ein Defizit in der Arbeit der Kommission deutlich, so die Vorsitzende des Netzwerks, Dr. Jutta Mader-Schömer: „Bei den Beratungen hat ein persönlicher Austausch mit diakonisch tätigen Frauen gefehlt. Die Gelegenheit, den theoretischen Überlegungen der Expert:innen gelebte Glaubens- und Diensterfahrungen von Frauen hinzuzufügen, die längst diakonisch tätig sind, wurde vertan.“ So hoffen wir, dass bei weiteren Arbeiten zum Frauendiakonat mehr Frauen – gerade auch solche, die in diakonischen Feldern tätig sind und ihre diakonische Berufung leben – einbezogen werden. Dadurch würde die Notwendigkeit der sakramentalen Annahme ihres Dienstes deutlich. Die Stärkung im Sakrament und der Schutz als offiziell im Namen der Kirche tätige Diakonin wäre gerade in vielen Teilen der Weltkirche essenziell.
Auf dem weiteren Synodalen Weg in der Ortskirche in Deutschland ist geplant, eine entsprechende Kommission einzurichten. Die deutschen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken sollen dorthin Mitglieder entsenden, die in einer theologisch qualifizierten und pastoral geerdeten Weise die Auseinandersetzung mit der Frage nach Diensten und Ämtern für Frauen fortsetzen. Unser Vorstandsmitglied Prof. Dr. Margit Eckholt sagt: „Die Stellungnahme der Studienkommission aus Rom macht Mut, die theologische Arbeit zum Frauendiakonat, auch im Gespräch mit den ständigen Diakonen, und vor allem in einem internationalen Austausch zum diakonischen Amt fortzusetzen.“
Wir als Netzwerk Diakonat der Frau gehen gemeinsam mit den uns verbundenen Gruppen in Deutschland und in der Weltkirche weiter voran. Mit der im Abschlussbericht genannten „parresia evangelica“, dem im Evangelium gründenden Freimut bringen wir unseren Beitrag im weltkirchlichen Austausch weiter in die anstehenden Reformprozesse der Kirche ein.
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Fotoquelle: canva.com