Das Netzwerk Diakonat der Frau hat mit großem Interesse die ersten Wochen des Pontifikats von Papst Leo XIV verfolgt.
Schon bei der Namenswahl ahnten und hofften wir, dass er sich besonders den Menschen am Rande zuwenden wird. Er stellt sich damit in die Tradition von Franziskus, dem die Armen immer ein besonderes Anliegen waren. Aber besonders schließt er an Leo XIII. an, der für die Einsetzung der katholischen Soziallehre steht. Leo XIII. nahm die Umbrüche und Nöte seiner Zeit, der industriellen Revolution, wahr. Er deutete diese Zeichen theologisch und betonte vor allem die sozialpolitische Rolle der Kirche in der Sozialenzyklika „Rerum Novarum“. Damit betrat er kirchenpolitisches Neuland. Mit seiner Namenswahl und besonders mit seinen ersten Reden gibt Leo XIV ein klares Signal für eine diakonische, den Menschen in ihren Nöten zugewandte und handelnde Kirche.
Seine starken Friedensappelle und klaren Positionierungen gegen nationalistische Abschottungen lassen aufhorchen. Wir wünschen Papst Leo XIV Mut und Beharrlichkeit, auch weiterhin so deutlich gegenüber politischen Machtträgern für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzutreten. Wir hoffen, dass Leo XIV. als wahrer Brückenbauer den Zusammenhalt stärkt, das Bewusstsein für die unantastbare Würde jedes Menschen wachhält und so auch die politisch-diakonische Dimension des Evangeliums deutlich macht.
Wir setzen uns weiter dafür ein, dass die Berufungen so vieler Frauen zum Ständigen Diakonat wahrgenommen werden. Und wir hoffen, dass Papst Leo XIV ebenfalls kirchenpolitisches Neuland betritt und das notwendende Diakonische auch dadurch stärkt, dass die Weihe für alle Berufenen geöffnet wird. Möge Gottes Segen ihn behüten und begleiten.
Dr. Jutta Mader-Schömer, Vorsitzende Netzwerk Diakonat der Frau
Bildquelle: Edgar Beltrán / Die Säule https://x.com/edgarjbb_/status/1920590815472108021 mit Genehmigung des Autors.