Netzwerk Diakonat der Frau

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    Auf dem Weg zum Diakonat der Frau - Start des Dritten Diakonatskreises am 11. September 2020

    Die Teilnehmerinnen des Dritten Diakonaskreises.

     

    Am Freitag, 11. September 2020, startete das Netzwerk in Waldbreitbach seinen Dritten Diakonatskreis. Sechzehn Frauen begannen die Fortbildung „Diakonische Leitungsdienste für Frauen“ in der Kirche. Drei Jahre lang werden sie nun an sechs Wochenenden pro Jahr nach Waldbreitbach kommen, ihrer Berufung zur Diakonin nachspüren, miteinander einen geistlichen Weg gehen und Kompetenzen erwerben, mit denen sie an vielen unterschiedlichen Orten von Kirche diakonisch tätig sein können.

     

    „Unser dritter Diakonatskreis ist nicht irgendeine Fortbildung“, erklärte die Vorsitzenden des Netzwerks, Irmentraud Kobusch, am Eröffnungsabend. „Wir setzen heute erneut ein konstruktives, kreatives und sehr persönliches Zeichen für den sakramentalen Diakonat der Frau und damit für eine geschlechtergerechte und diakonische Kirche.“ „Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt“, betonte sie. Der Synodale Weg setze sich mit dem Thema der gerechten Teilhabe von Frauen an den Diensten und Ämtern der Kirche auseinander. Die Corona Pandemie zeige, wie notwendig eine Kirche sei, die nahe bei den Menschen ist und ihre Trauer und Angst, Not und Hoffnung wahrnimmt. „Wir müssen dringend sichtbar machen, welche Chance der Diakonat der Frau für die Kirche ist.“

    v.l.n.r.: Irmentraud Kobusch, Hannelore Illchmann, Sr. Edith Maria Magar

     

    Die Generaloberin der Waldbeitbacher Franziskanerinnen, Sr. Edith Maria Magar, begrüßte die Teilnehmerinnen in Waldbreitbach. Es sei für sie eine große Freude und ein Herzensanliegen, dass ihre Ordensgemeinschaft auch diesem Diakonatskreis einen Ort und eine geistliche Heimat gebe. „Wir sind gemeinsam auf dem Weg für eine Kirche, die von Frauen mitgetragen wird und in der Frauen alle ihre Berufungen leben können.“ Auch viele andere Frauenorden sähen das so und stünden hinter dem Projekt. Sie erinnerte daran, dass es die Ordensoberinnen waren, die bei Papst Franziskus die Einrichtung einer Kommission zum Diakonat der Frau erreichten.

     

    „Sie sind nicht allein, sie stehen auf den Schultern des 1. und 2. Diakonatskreises. Sie können diese Tradition weitertragen und neu beleben“, sagte Hannelore Illchmann, den sechzehn Frauen. Als Absolventin des 1. Diakonatskreises und Vertreterin der beiden vorigen Diakonatskreise im Vorstand des Netzwerks wünschte sie ihnen „die Kraft, einander den Rücken zu stärken, die Freude gemeinsam zu wachsen und Lebendigkeit zu spüren.“

    Das Team v.l.n.r.: Dr. Jutta Mader (Theologin), Gabriele Greef (Diplompädagogin), Sr. Gerlinde Maria Gard und Lucia Zimmer (Theologin)

     

    Für das Team, das den Kurs leiten und geistlich begleiten wird, erklärte Dr. Jutta Mader: „Diese drei gemeinsamen Jahre werden ein Lernprozess, aber ebenso ein geistlicher Prozess für alle Beteiligten sein. Ich freue mich, daran mitzuwirken.“

     

    Mit einem Abendsegen, einem Glas Sekt und vielen Gesprächen endete der erste Abend. Am sich anschließenden Wochenende begannen die Teilnehmerinnen mit der gemeinsamen Arbeit.

     

    Hintergrund

    Mit der Fortbildung „Diakonische Leitungsdienste für Frauen“ will das Netzwerk einen Diakonatskreis ermöglichen,

     

    • der Frauen Kompetenzen vermittelt, die sie zur Leitung und Organisation von diakonischen Projekten an unterschiedlichen Orten von Kirche befähigen,
    • der es den Teilnehmerinnen ermöglicht, ihre verspürte Berufung zum Amt der Diakonin zu prüfen, sie zu leben und dabei zu lernen, mit der Spannung umzugehen, dass diese Berufung derzeit nicht zur Weihe führt,
    • der verdeutlicht, wie eine zukunftsfähige Gestalt des Diakonats der Frauen aussehen könnte,
    • der verdeutlicht, was der Diakonat der Frau für die Kirche bedeuten könnte,
    • der ein Zeichen in der Kirche setzt.

     

    Angestrebt ist eine grundsätzliche Vergleichbarkeit mit Diakonatskreisen für Männer zum Diakonat.

    Das Netzwerk respektiert aber die gegenwärtige kirchliche Lage, indem es sich bei der Konzeption der Fortbildung im Rahmen des kirchenrechtlich Möglichen bewegt.

     

    Eine qualifizierte theologische Ausbildung ist Voraussetzung.

    Inhaltlich setzt der Diakonatskreis Schwerpunkte im diakonischen Bereich.

    In der Fortbildung wird mit externen Referenten und Referentinnen über drei Jahre jeweils an 6 Wochenenden zu den Grundvollzügen kirchlichen Handelns gearbeitet, Diakonie, Liturgie und Verkündigung. Immer mit dem Blick auf die Bedürfnisse der Menschen von heute, auch derer am Rand oder fern von Kirche. Der Diakonat wird als Parteinahme für die Armen theologisch begründet, Grundlagen einer lebensnahen Verkündigung werden vermittelt und eingeübt und theologische Ansätze für zeitgemäße, diakonische Formen von Liturgie entfaltet.

    Alle Teilnehmerinnen müssen im Laufe der drei Jahre ein diakonisches Projekt durchführen und reflektieren.

     

    Herzstück des Diakonatskreises ist es, Gemeinschaft zu erfahren und einen geistlichen Weg zu gehen. Es geht darum die eigene Berufung zu klären, zu leben und zu entfalten. Dazu gehört es auch zu lernen, mit der Spannung umzugehen, dass nicht absehbar ist, wann die Kirche die Weihe von Frauen zu Diakoninnen ermöglichen wird. Die Teilnehmerinnen sollen ermutigt werden, Enttäuschungen auszuhalten, Widerstände in kreative Kraft umzusetzen.

     

    Ähnlich haben sich Männer vor dem II. Vatikanischen Konzil bereits auf den Ständigen Diakonat

    und Leitungsdienste in einer diakonischen Kirche vorbereitet. Sie waren Wegbereiter der Wiedereinführung des Ständigen Diakonats durch das 2. Vatikanische Konzil.

     

    Der Diakonatskreis richtet sich an Frauen, die sich diakonisch engagieren, in der Kirche ihre Heimat haben, sich auf einen spirituellen Weg begeben wollen und sich zur Diakonin in der katholischen Kirche berufen fühlen oder dieser Berufung nachspüren wollen.

     

    Sechzehn Frauen unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Berufen haben das Bewerbungsverfahren durchlaufen und machen sich nun auf den Weg.

     

    Der Kurs wird geleitet von der Theologin Dr. Jutta Mader und der Diplompädagogin Gabriele Greef. Geistliche Begleiterinnen des Diakonatskreises sind die Waldbreitbacher Franziskanerin Sr. Gerlinde Maria Gard und die Theologin Lucia Zimmer.

     

    Die Waldbreitbacher Franziskanerinnen geben dem Diakonatskreis einen Ort und unterstützen ihn in jeder Weise. Sie setzen damit als Frauenorden ihrerseits ein bewusstes Zeichen.