Netzwerk Diakonat der Frau

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    Kommission zum Frauendiakonat - Arbeit 2018 beendet

    Aktuelles - Pressemitteilungen

    Die Kommission zum Frauendiakonat hat ihre Arbeit beendet – was derzeit zu erfahren ist

     

    Seit Dezember 2018 wird durch die Veröffentlichung von Aussagen einzelner Kommissionsmitglieder bekannt, dass die Studienkommission bereits im Juni 2018 ihre Arbeit beendet und dem Papst ihren Abschlussbericht vorgelegt hat.
    Offizielle Mitteilungen dazu gibt es bisher nicht.

     

    Im Dezember 2018 präsentierte das Online Portal „katholisch de“ Stimmen aus Deutschland und aus Spanien. Der Abschlussbericht umfasst nach diesen Aussagen wenige Seiten und beleuchtet die Stellung der frühkirchlichen Diakoninnen aus historischer, anthropologischer und theologischer Sicht. Die Aussagen vermittelten den Eindruck, es gebe nur wenige historische Zeugnisse und die Quellenlage sei problematisch, mehr dazu finden Sie hier.

     

    Im Januar 2019 äußerten sich in den USA zwei weitere Kommissionsmitglieder:
    Prof. Phyllis Zagano von der Hofstra-Universität im US-Bundesstaat New York, eine seit Jahren ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Erforschung des Frauendiakonats und der belgische Jesuit P.  Bernard Pottier, vom „Institute D’Etudes Théologiques“ in Brüssel, dazu einige Links

     

    Auch sie berichten, der Bericht liege nun auf dem Tisch des Papstes.
    Niemand wisse, ob oder wie oder wann der Bericht veröffentlicht werde oder eine Entscheidung des Papstes beeinflussen werde. „Er wird wissen, wann der richtige Zeitpunkt ist, etwas zu sagen“, so Prof. Zagano.

     

    Offenbar gibt es in der Kommission einen Konsens über die Existenz von Diakoninnen in der frühen Kirche, aber unterschiedliche Einschätzungen, ob es sich um eine Weihe gehandelt hat oder nicht.

     

    Prof. Pottier erklärte in den USA, auf der Grundlage von über 800 Büchern und Artikeln ließen sich  verschiedenartigste Belege dafür finden, dass über einen Zeitraum von 12 Jahrhunderten Frauen zu Diakoninnen geweiht wurden: „Viele Wissenschaftler haben bisher die herkömmliche Überzeugung, dass Frauen niemals geweiht worden sind, nicht in Frage gestellt.“ „Aber“, so Pottier weiter, „die Forschung hat mehr und mehr ans Licht gebracht, dass Frauen geweiht wurden. Und je mehr Wissenschaftler und Laien diese neuen Erkenntnisse aufnehmen, desto weniger überzeugt das alte Argument, dass Frauen nicht geweiht worden seien.“

     

    Prof. Zagano berichtete, sie habe in der Vatikanischen Bibliothek und in vier anderen europäischen Bibliotheken Original-Handschriften und Bücher vom 4. bis zum 17. Jahrhundert erneut eingesehen, einige auch neu entdeckt, die eindeutig belegten, dass der Ritus für die Weihe von Diakoninnen der gleiche wie für Männer war und dass er alle Elemente einer sakramentalen Weihe hatte.
    Die Aufgaben und die Bedeutung der Diakoninnen seien allerdings regional sehr unterschiedlich gewesen – abhängig vom jeweiligen Ortsbischof.

     

    Die Berichte aus der Arbeit der Kommission und das Echo, das sie gefunden haben, zeigen:
    Für viele Menschen ist die Frage nach dem Diakonat der Frau Teil eines dringend notwendigen Prozesses, der nach neuen Wegen für die Zukunft der Kirche sucht.

     

    Das Netzwerk sieht sich in diesem Prozess weiterhin dem Eintreten für eine diakonische Kirche verpflichtet, in der Frauen und Männer den Dienst wahrnehmen, zu dem Gott sie berufen hat: Den Dienst als geweihter Diakon und als geweihte Diakonin.

     

    Das Netzwerk wird nicht abgehen von seiner Forderung nach der sakramentalen Weihe von Frauen zu Diakoninnen.


    Irmentraud Kobusch, Vorsitzende Netzwerk Diakonat der Frau, Februar 2019