Netzwerk Diakonat der Frau

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    von links: ZdK-Vizepräsidentin Dr. Claudia Lücking-Michel , KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth, kfd-Bundesvorsitzende Maria Theresia Opladen und Irmentraud Kobusch, Vorsitzende des Netzwerks Diakonat der Frau, beim Tag der Diakonin in Stuttgart am 29. April 2017

    Frauendiakonat – ein Amt mit Zukunft

    Forderungen am „Tag der Diakonin“ in Stuttgart

    Stuttgart-Hohenheim, 02. Mai 2017 – Mit einem Gottesdienst und einer zentralen Veranstaltung  haben die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), das Netzwerk Diakonat der Frau und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) am 29. April 2017 den „Tag der Diakonin“ begangen. Er stand unter dem Motto „Ein Amt mit Zukunft - auch für Frauen“ und fand mit rund 160 Frauen und Männern in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart statt.

    Die Vertreterinnen von kfd, Netzwerk Diakonat der Frau, KDFB und ZdK im Gespräch mit Brigitte Vielhaus, kfd-Bundesverband

    Ein intensiver Austausch in Gesprächsrunden und einer Podiumsdiskussion zur Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen in der katholischen Kirche zeigte eindrücklich, dass in dieser Frage nicht nur historische und theologische Argumen-te ausgetauscht sind, sondern dass vor allem die Geduld vieler Frauen und Männer nahezu erschöpft ist. Sie erwarten angesichts der gegenwärtigen Krise der Kirche in Deutschland von den Verantwortlichen mutige Schritte zu Veränderungen, wenn die Kirche bei den Menschen nicht weiter an Bedeutung verlieren will.

    Die gleichrangige Beteiligung von Frauen gehört maßgeblich zu einer glaubwürdigen und zukunftsfähigen Kirche. Irmentraud Kobusch, Vorsitzende des Netzwerks Diakonat der Frau, stellt dazu fest: „Frauen und Männer sind in gleicher Weise zum Dienst am Nächsten befähigt. Sie geben der Botschaft Jesu Christi Hand und Fuß. Es ist daher logisch und erforderlich, beide Geschlechter in die kirchliche Ämterstruktur einzubeziehen und die Diakonatsweihe für Frauen einzuführen.“

    Zur Notwendigkeit, in der katholischen Kirche Deutschlands endlich theologisch sinnvolle und kirchenrechtlich leicht erreichbare Schritte im Sinne der Beteiligung von Frauen zu ergreifen, erklärt Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der kfd: „Wir fordern die Bischöfe auf, sich bewusst für die Einführung des sakramentalen Diakonats für Frauen einzusetzen und in einem überschaubaren Zeitraum ent-sprechende Konzepte unter Einbeziehung kompetenter Frauen und Männer zu entwickeln.“

    KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth dankt Papst Franziskus für die Einberu-fung einer Kommission zur Untersuchung des Diakoninnenamtes in den ersten Jahrhunderten der Kirche. Sie erwartet, dass neue und bereits bestehende Er-kenntnisse konstruktiv für die Weiterentwicklung des diakonischen Amtes genutzt werden. „Die Aufforderung des Papstes an die Bischöfe, Vorschläge zur Neugestaltung der Kirche auf lokaler Ebene zu machen, führt hoffentlich auch in der Frage des Frauendiakonats zu notwendigen Reformen, die zügig angegangen werden“, so Flachsbarth.

    Nach Meinung von ZdK-Vizepräsidentin Dr. Claudia Lücking-Michel ist die Zeit längst reif für Veränderungen. Die Kirche brauche mehr Mut und Vertrauen in Frauen und Laien, wenn sie in eine tragfähige Zukunft gehen möchte, so Lücking-Michel. „Die Zeit zum Handeln ist jetzt. Gleichberechtigung, Partnerschaftlichkeit und die gemeinsame Übernahme von Verantwortung vollzieht sich im Tun, nicht im Warten und Vertrösten. Diakoninnen waren und sind ein Zeichen der Zeit“, lautet das Fazit der ZdK-Vizepräsidentin. Sie ist überzeugt, dass für die Stärkung des diakonischen Gesichts der Kirche Frauen unverzichtbar sind.

    Die Veranstaltung, die zwanzig Jahre nach dem Internationalen Theologischen Fachkongress „Diakonat - Ein Amt für Frauen in der Kirche - Ein frauengerechtes Amt?“ - ebenfalls in Stuttgart-Hohenheim - stattfand, endete mit einem Abschluss-Statement der vier Organisationen. Sie werden sich weiterhin konsequent für die Einführung des Diakonats der Frau einsetzen und dieses Anliegen sowohl an Papst Franziskus als auch an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz herantragen.

    Der Gottesdienst wurde geleitet von Hannelore Illchmann (Netzwerk Diakonat der Frau), Dekan Paul Magino, Claudia Schmidt (Geistliche Beirätin des KDFB) und Ulrike Göken-Huismann (Geistliche Begleiterin der kfd im Bundesvorstand)

    Der KDFB initiierte im September 1997 den „Tag der Diakonin" und legte ihn auf den 29. April, den Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena. Seitdem laden bundesweit zahlreiche Gruppen der katholischen Frauenverbände jährlich an diesem Tag zu Veranstaltungen und Gottesdiensten ein.

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    Fotos: Gaby Klöckner / KDFB